ABC
Kleines ABC

TÜV

Alle Hydraulik-Systeme haben keine Allgemeine Betriebserlaubnis ( ABE ) und sind im Bereich der StVZO nicht zugelassen. Unter bestimmten Auflagen ist es jedoch möglich eine Zulassung zu bekommen. Die größten Chancen auf eine Zulassung hat man mit dem zweiseitigen System, es erfordert nur kleine Veränderungen an den Achsen der Fahrzeuge. An zweiter Stelle liegt das einseitige System, weil es in Verbindung mit Federspeichern vergleichbar mit den Serienstoßdämpfern ist. Das amerikanische System ist eher ungeeignet, da es große Umbauten erfordert und die Konstruktion mit Hopperfeder und Stempel recht abenteuerlich aussieht.

Einseitiges System

Bei diesem System werden die original Stoßdämpfer und Federn entfernt, sie ersetzt man durch einseitig wirkende Hydraulikstempel. Wird der Stempel unter Druck gesetzt hebt sich das Fahrzeug an, lässt man den Druck ab, sinkt es durch das Eigengewicht wieder ab. Federspeicher, die mit der Hydraulikleitung verbunden werden, ermöglichen die Dämpfung des Fahrzeugs. Der Nachteil bei diesem System ist, das bei einem Hydraulikdefekt, der betroffene Stempel am tiefsten Punkt bleibt.

Zweiseitiges System

Hier bleiben die original Federn eingebaut, der Stoßdämpfer wird durch einen beidseitig wirkenden Hydraulikstempel ersetzt. Dies hat den Vorteil, das dass Fahrzeug auch bei einem Hydraulikdefekt fahrbar bleibt, da die Federn das Fahrzeuggewicht tragen. Federspeicher oder Bypassventile zwischen den oberen und unteren Kammern ermöglichen die Federung. Diese Lösung hat den Nachteil, das man zum Heben und Senken des Fahrzeugs einen Ventilblock und zwei Leitungen für jeden Stempel braucht. Wegen der aufwendigen Steuerung wird dieses System nur selten verbaut.

Amerikanisches System

Bei dieser Variante wird ein einseitig wirkender Stempel über einer kurzen Feder angebracht. Auf den ersten Blick ist dies eine sehr attraktive Lösung, weil eine Federung auch ohne Federspeicher vorhanden ist. Durch die ungedämpfte Feder ergibt sich leider ein schlechtes Fahrverhalten. Die relativ hohe Konstruktion erfordert oft größere Umbauten an Achse und Karosserie.

4er – Setup

Bei diesem System ist für jedes Rad ein Pumpenaggregat verbaut, es ist sehr schnell und zuverlässig. Sollte ein Pumpenaggregat ausfallen, kann das Fahrzeug immer noch angehoben werden und bleibt somit fahrbereit.

2er - Setup

Hier wird jeweils ein Pumpenaggregat für die Vorder- und Hinterachse verwendet. Der Nachteil dieser Konstruktion ist, das sich das Fahrzeug nur Achsweise anheben lässt und dabei die Förderleistung auf beide Stempel verteilt wird. Beim Absenken können alle Räder einzeln angesteuert werden.

1er – Setup

Wird nur ein Pumpenaggregat verwendet, braucht man zur Ansteuerung der Stempel einen Ventilblock. Dieses System entspricht von der Funktionalität einem 4-Pumpen – Setup, wobei der Ventilblock dem Preis von drei Pumpenaggregaten entspricht. Da die Förderleistung auf alle vier Stempel verteilt wird, ist es sinnvoll, ein leistungsfähiges Pumpenaggregat einzusetzen.

Zur Verbesserung dieses Systems setzen wir einen Blasenspeicher ein, der eine gewisse Menge Öl mit hohem Druck bereithält. Dieses System ist schneller als ein 4-Pumpen – Setup, da verzögerungsfrei Druck auf die Stempel geschaltet werden kann, das Pumpenaggregat dient hier nur noch als Speicherladeaggregat.

Federspeicher

Ein Federspeicher ist ein annähernd Kugelförmiges Stahlgefäß, in dem eine Membrane zwei Kammern bildet. In der einen Kammer befindet sich Stickstoff, in der anderen Hydrauliköl. Jeweils ein Hydraulikstempel wird mit einem Federspeicher verbunden, der Stempel kann durch ihn „einfedern“. Über den Stickstoffdruck stellt man auf das Fahrzeuggewicht ein, dadurch ergibt sich ein fein ansprechendes, progressives Federverhalten der Fahrzeuge.

Pumpenaggregate

Die sogenannten „Kompaktaggregate“ bestehen aus Elektromotor, Pumpenkopf, Tank, Rückschlag- und Ablassventil. Die Pumpe fördert das Öl über ein Rückschlagventil zum Anschluss für den Hydraulikstempel. Das elektrisch betätigte Ablassventil lässt das Öl zurück in den Tank fließen. Ein Druckbegrenzungsventil schaltet die Pumpe aus, wenn der Druck zu stark ansteigt. Die meisten Pumpen verfügen über einen Magnetschalter, der sie ein und aus schaltet. Diese Schalter sind empfindlich, bei Überlastung können sie Festbrennen. ( Weiteres unter Magnetschalter )

Entsperrbare Rückschlagventile

Sie lassen das Öl nur in eine Richtung durch, es sei denn der elektrische Entsperr-Mechanismus wird betätigt. 2er – Setups sind wegen dieser Ventiltechnik nicht in der Lage bestimmte Bewegungen auszuführen.

Drosselrückschlagventile

Sie lassen das Öl in eine Richtung ungebremst durch, für die Gegenrichtung kann die Durchflussmenge eingestellt werden.

Kreuzventile

Sie haben jeweils einen Pumpeneingang und einen Tankausgang, für die Stempel gibt es zwei Ausgänge die einzeln angesteuert werden können. Die Ventile werden auf einem Ventilblock montiert, der die Pumpenzuleitung und den Tankrücklauf für die sie aufteilt.